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SG Athletico Büdelsdorf
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Verfasser Beiträge
Oliver Stief

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Registriert: 29.10.2006
Beiträge: 149

27.07.2015 - 09:19: WAKENITZMAN 2015 | Zitieren Zitieren

Die SchRittwunden vom Nortorfer 24-Stunden-Rund waren kaum verheilt, da stürzte ich mich eine Woche später auch schon ins nächste sportliche Abenteuer

Am letzten Juli-Wochenende wird regelmäßig das wohl außergewöhnlichste Langstrecken-Schwimmspektakel des Nordens ausgetragen; der WAKENITZMAN. Über 14 Kilometer führt die Schwimmstrecke von der Nordspitze des Ratzeburger Sees ab Rothenhusen - den Verlauf der Wakenitz folgend - nach Lübeck zum Naturbad Falkenwiese.

Freiwasser-Schwimmen war also angesagt; das allerdings unter traumhaften Rahmenbedingungen. Die Wakenitz lässt sich gut Schwimmen und bietet - dank des klaren Wassers - Aquarium-Panorama. Auf den ersten neun Kilometern hilft die Uferböschung recht gut bei der Orientierung bevor das Gewässer in Lübeck deutlich breiter - über einige Passagen aber auch wesentlich verkrauteter - wird. Dort bieten die Begleitboote (jeder Schwimmer wird von einem mit "Schutzengeln" besetzten Kanu begleitet) Unterstützung beim Einhalten der Ideallinie.

Nachdem ich im Vergangenen Jahr bei 25 bis 27 Grad Wassertemperatur zwar kaputt aber sehr beeindruckt von der Schönheit der (Unterwasser-)Natur nach knapp unter 5 Stunden zum WAKENITZMAN gekürt wurde, entwickelte sich dieser Wettkampf zur Grenzerfahrung für mich. Die Wassertemperatur betrug in diesem Jahr rund 20 Grad in Rothenhusen und stieg dann bis Lübeck leicht an. Diese Temperatur ist für Triathleten normalerweise optimal. Der Neo wärmt sehr stark und sorgt mit jedem zusätzlichen Grad auf die Dauer für einen hohen Wasserverlust durch Schwitzen. Dummerweise habe ich mir in den vergangenen Wochen offensichtlich das Gehirn wegtrainiert; jedenfalls fand ich - in Rothenhusen angekommen - im Kofferraum keinen Neoprenanzug vor. Damit war ich also einer von (so, wie ich gezählt habe) vier Badehosen-Schwimmern.

Ich weiß nicht, ob man sich ein Bild davon machen kann, wie es sich anfühlt, wenn ein abgemagerter Typ wie ich sich 5 1/2 (!) Stunden lang bei diesen Temperaturen im Wasser aufhält. Jeder Mensch empfindet Kälte anders ich persönlich mag es eigentlich kühl und hatte dann regelmäßig meine bessten Wettkampfergebnisse - außerhalb des Mediums "Wasser".

Nach 1:40 Stunden passierte ich die 5-Kilometer-Marke. Und es war gerade so erträglich - trotz der permanenten Bewegung. Nach neun Kilometern ließen die Kräfte deutlich nach und ich musste mich darauf konzentrieren nicht mit den Zähnen zu klappern, wenn ich mich einmal für ein, zwei Sekunden brustschwimmend fortbewegte, um mir einem kurzen Überblick zu verschaffen. Der Körperwärmeverlust war jetzt deutlich fühlbar. Auf den letzten fünf Kilometern wurden die Bewegungsabläufe immer langsamer. Ich musste mich zum Durchkraulen zwingen Immer wieder rhythmisch die Arme aus dem Wasser heben und vorn wieder eintauchen wurde zur reinen Willensangelegenheit. Die Muskeln versagten mehr und mehr ihren Dienst und die Rumpfstabilität ließ deutlich nach. Die Schultermuskulatur schmerzte und die Zugkraft unter Wasser war gefühlt kaum noch vorhanden.

Irgendwann schlug ich die Zielglocke an und unter lautstarkem Jubel des Moderators konnte ich die Fluten endlich verlassen. Wankend, vor Kälte blau im Gesicht und schlotternd fand ich meinen Weg zur wärmenden Dusche.

Zum Glück hatte ich wenigstens für die Zielankunft vorgesorgt. Meine Ehefrau und mein Sohn (die auch meine persönlichen Schutzengel für den Tag waren) reichten mir die erlösende wärmende Kleidung. Bei Sonne und 20 Grad Außentemperatur wärmte ich mich anschließend mit Kaffee und fünf (!) Oberbekleidungsstücken langsam wieder auf.nach rund 45 Minuten nahm der Spuk sein Ende und man konnte mich wieder ansprechen.

Noch ein Wort zur Organisation des Wettkampfes: Das ist schon Klasse, was Tri-Sport Lübeck e. V. den rund 200 Teilnehmern bietet. Ich wüsste nicht, was man organisatorisch verbessern könnte. Natürlich, bessere Verpflegung im Zielbereich geht immer (da sind die Nortorfer Radspezialisten unerreichbar). Getränke, Riegel, Obst, belegte Brötchen und Kuchen waren trotzdem Klasse und weit mehr als ausreichend vorhanden. In erster Linie geht es hier um guten Sport. Hier legen die Lübecker die Messlatte sehr, sehr hoch - zum äußerst günstigen Preis. Eine ausgehängte Zusammenstellung des Etats wies eine Unterdeckung für diese Veranstaltung von rund 3500 € aus. Hoffentlich können auch in den kommenden Jahren noch viele Sportler dieses außergewöhnliche Spektakel genießen. Nachdenklich stimmt mich dabei, dass der Verein in diesem Jahr große Probleme mit der Gewinnung der dringend benötigten Paddler hatte (siehe mein Aufruf dazu im Forum unter Termine). Keine schöne Entwicklung! Jeder Sportler, der selbst an Wettkämpfen teilnimmt (und von bezahlbaren Angeboten partizipiert), sollte sich im eigenen Verein auch als Helfer zur Verfügung stellen. Das ist ein Geben und Nehmen und sollte bei der eigenen Wettkampfplanung berücksichtigt werden.

Damit ihr dabei sein könnt: Im Januar täglich die Homepage des Vereines sichten. Wenn die Anmeldung nachts um 0:00 Uhr freigeschaltet ist, habt ihr rund 15 Minuten Zeit, einen der wenigen Starterplätze zu ergattern.

http://www.trisport-luebeck.de/wakenitzman_ausschreibung.php

Liebe Grüße

Das Machen m8's!

 
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Henning K.

Registriert: 08.12.2007
Beiträge: 133

27.07.2015 - 15:32: RE: WAKENITZMAN 2015 | Zitieren Zitieren

Hi Oli,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem ausführlichen Bericht und Deinen sportlichen Leistungen (ohne Neo-Anzug rrrrrr) Woche für Woche. Das ist einfach unglaublich stark.
Viel Erfolg und "Spaß" wünsche ich Dir/Euch bei Deinem nächsten Abenteuer in Glücksburg.

MrrsG Henning

 
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Frank W.

Registriert: 30.05.2006
Beiträge: 256

27.07.2015 - 18:58: RE: WAKENITZMAN 2015 | Zitieren Zitieren

Das ist genau Olli, wie wir ihn kennen und lieben.

Keine Herausforderung ist groß genug.

Allein die 14km Strecke wäre für mich eine dem Laufen vergleichbarer Ultra-Marathon. Auf jeden Fall wäre ich ohne Neo definitiv nicht gestartet und nach Hause gefahren.

Ich glaube selbst Langdistanzathleten können allenfalls nur im Ansatz nachempfinden, was Olli auf den letzten Kilometern durchmachen musste. Hut ab!

Und wenn ich richtig informiert bin, dann hat Familie Stief für das Unternehmen Wakenitzman mal kurz den Urlaub auf Föhr für den kurzen Abstecher unterbrochen.

Nachdem Olli sich mit einer langen Radeinheit in Nortorf und einer langen Schwimmeinheit in Lübeck für den Ostseeman vorbereitet hat, kann in Glücksburg ja nichts mehr schiefgehen. Allenfalls der Ultra Lauf im Frühjahr durch den Harz könnte etwas weit vom Ostseeman wegliegen...

Beeindruckend!

 
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